Das Verfassen deines ersten Manuskriptes im Jahr 2004 liegt nun schon lange zurück. Wie hast du es damals als selbsständige Landwirtin geschafft, während deiner vielen Arbeit am Feld und im Geschäft und in deiner gleichzeitigen Rolle als Mutter und Ehefrau auch noch zu schreiben?

Martina: Ja, das frage ich mich heute selbst. Meine Schreibleidenschaft war so groß, dass ich mich sofort ans Laptop setzte, wenn Familie und Job es am Wochenende oder während der Trainingswartezeiten auf meinen Sohn zuließen. Auch während unserer Urlaube setzte ich mich unter Absprache mit meiner Family stundenweise an meine Manuskripte.

Was sagte deine Familie dazu?

Martina: Wir arrangierten uns in der knappen Zeit, die für unsere Freizeit blieb. Während mein Mann mit unserem Ältesten zum Fußball ging und unser Jüngster mit seinen Kumpels spielte, tippte ich wieder ein paar Seiten. Während der Urlaube erstellten wir einen abgesprochenen Plan, sodass jeder seinen Hobbies gerecht werden konnte.

Bist du bei dieser knappen Zeiteinteilung nicht selbst auf der Strecke geblieben?

Martina: Nun, ich bin ehrlich, es erforderte schon eine harte Disziplin und kostete mich einige Nerven, sich während dem bisschen Freizeit, das im Betreibsleben nur blieb, gleich ins Schreibgeschehen zu stürzen und hineinzudenken. Doch wenn ich erst einmal am Schreibtisch saß und meinen Schalter umgelegt hatte, versank ich in meine literarische Welt. Das brachte mir eine enorme Erfüllung und Entspannung zugleich. Man muss sogar aufpassen, dass man den Alltag um sich herum im literarischen Abtauchen nicht komplett vergisst und regelrecht süchtig wird. Doch dafür gibt es ja eine Uhr

Seit wann schreibst du?

Martina: Seit einem Familienurlaub im Jahr 2004 auf Menorca. Ein Jahr zuvor waren wir in einem einsamen, wunderschönen Zehnseelendorf im tiefsten Italien. Dort war ich leider nicht darauf gerüstetet, dass meine drei Männer mit einigen italienischen Bambinis, fast die gesamten Ferien nur mit der runden Lederpelle namens Fußball verbrachten. Ok, sie hatten kaum eine andere Wahl, denn die südländischen kleinen Jungs, animierten sie an diesem menschenleeren Traumstrand jeden Tag auf ein Neues. Für sie eine wunderbare Symbiose, doch für mich der langweiligste Urlaub aller Zeiten! So entschied ich, für den nächsten Urlaub, genügend Lektüre einzupacken. Aber kurz vor Reiseantritt nach Menorca kam alles anders: Der lang zurückliegende Rat eines lieben Kunden, doch einmal ein Buch über meine Entscheidung Vom guten Abitur zum arbeitsreichen Hofleben zu schreiben, entfachte in mir eine neue Herausforderung an mich selbst. Ich beschloss umgehend, auf Menorca zu schreiben anstatt zu lesen. So besorgte mein Mann mir ein gebrauchtes Laptop und ich legte los.

Worüber hast du geschrieben?

Martina: Über mein eigenes Leben. Da ich ein Adoptivkind bin und erst im vierzehnten Lebensjahr durch den plötzlichen Fund meiner Adoptionspapiere von meinem Schicksal erfuhr, verlief mein Leben wie eine spannende Lebensachterbahnfahrt. Es gab viel zu erzählen. Meine Ma, eigentlich natürlich meine Adoptivma, motivierte mich dazu und offenbarte mir den spannendsten Stoff, den ich je in meinem Leben gehört hatte. So entstand der erste Teil meines jetzigen Herzenswerks “Matschefüße Teil 1+2”.

Was fasziniert dich am Schreiben? 

Martina: Die Freiheit. Ich kann in eine andere Welt versinken. Das frischt den Alltag ungemein auf und macht mich glücklich. So erging es mir besonders beim Schreiben meines zweiten Buches „Die Reise zum Glück der Welt“. Ich brannte regelrecht darauf, eine Story zu erfinden, welche die Sehnsucht nach einer gerechteren Welt wahr werden lässt. Ich liebe es, meiner Fantasie freien Lauf lassen zu dürfen und meinen „Helden“ starke Charaktere zuzuschreiben, welche die reale Welt sich wünscht. 

Schreiben kann allerdings auch eine Seelenreinigung und Mutmache sein. Beides erfuhr ich, als ich das Manuskript zum ersten Teil meiner „Matschefüße“ verfasste. Ich wollte mir dabei zwar nur meine Urlaubszeit versüßen, doch fiel anschließend in ein tiefes, seelisches Loch. Obwohl ich meine inneren Konflikte einer erfundenen Romanfigur zuschrieb, hatte mein Unterbewusstsein durchs Schreiben regelrecht Sprechen gelernt.

Ja, und durch meine reale Erfahrung lernte ich, meinen Lesern MUT zu machen. Mut, lieber unangenehme und spannende Wege für Klarheit und Glück zu gehen, als sich in Sackgassen zu verstecken und zu verlaufen. 

Puh, das war jetzt aber viel schwerer Stoff auf einmal. Deine Bücher sind ja vollkommen unterschiedlich. Gibt es dennoch Gemeinsamkeiten?

Martina: Ja. Am Ende siegt immer die Kraft der Liebe. In all meinen Büchern möchte ich zeigen, dass sie die Basis für Empathie und Gerechtigkeitssinn ist. Nur durch sie finden all meine Helden ihr Glück. Wie sie allerdings dorthin gelangen ist von Story zu Story grundverschieden – wie im wahren Leben. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass es für meine Helden nicht einfach ist, zum Glück zu gelangen. Sie alle müssen schon dicke Brocken von ihren Wegen räumen, ehe sie ihr fest im Auge gehaltenes Ziel endlich erreichen. Doch diese Hindernisse sind es ja gerade, die Lesen und Schreiben ausmacht, Spannung erzeugen und wunderbare Unterhaltung bieten.

Die größte und wichtigste Gemeinsamkeit meiner Bücher ist es jedoch, meinen Lesern Freude damit zu bereiten. Das freut mich am allermeisten!

Glaubst du an eine andere Welt?

Martina: Ja. Sie mag nur schwer erreichbar scheinen, doch ich sehe ich sie als Ziel unseres Daseins. Entweder enden wir in der absoluten Zerstörung von Mensch und Natur oder es gibt eine große, gute Wende. In meinen Augen hat jeder von uns eine bestimmte Aufgabe und ist nicht sinnlos hier. Und ich bin sicher, wenn jeder seine Aufgabe erkennt und sie mit GUTEM Willen angeht, dann hat unser Leben sein Sinn erfüllt. Dann ist eine andere Welt nicht mehr weit.

Wie lautet dein Lebensmotto?

Martina: Hm, da habe ich gleich drei, die sich auch immer wieder in meinen Büchern wiederfinden:

Zu den schlechten Dingen im Leben sage ich mir:

Lerne aus deinen Fehlern und wiederhole sie nicht!

Um die guten Dinge im Leben zu erreichen, sage ich mir:

Wo ein Wille, da ein Weg.

Ja, und zuletzt dürfen wir nicht vergessen, das zu schätzen, was wir haben. Dafür sage ich:

Danke.